Unterirdischer Weihnachtsmarkt in Valkenburg

Unterirdischer Weihnachtsmarkt in Valkenburg

Ein besonderes Highlight im Dezember sind zweifelsohne die vielen Weihnachtsmärkte, die plötzlich überall dort aus dem Boden schießen, wo genug Platz für ein paar Buden ist. Das einzige Problem: kalte Füße, taube Finger und rote, triefende Nasen. Für all diejenigen, die auf die Kälte auch gut verzichten könnten, gibt es Alternativen. Darunter der unterirdische Weihnachtsmarkt in Valkenburg.

Die holländische Stadt Valkenburg kurz hinter der deutschen Grenze ist bekannt für ihre alljährliche Aufmachung in der Weihnachtszeit. Mitten in der kleinen, süßen Stadt findet sich das Santa’s Village, ein gemütlicher Weihnachtsmarkt mit den bekannten Buden aus Holz. Valkenburg selbst besticht durch historische Elemente, die sich nahtlos in das Gefüge der Kleinstadt am Geul fügen. Zur Weihnachtszeit findet in dem beschaulichen Örtchen mittwochs und samstags auch eine Weihnachtsparade statt. Bedeutend ist außerdem, dass sich auf einem Hügel in der Stadt die einzige Höhenburg in den Niederlanden befindet. Gegen 1115 n. Chr. erbaut diente die Burg dem Herzogtum Brabant, dem auch Hürth bei Köln lehenspflichtig war, als Herrschersitz. Etliche Male zerstört und wieder aufgebaut ist nun nur noch eine Ruine mit den Resten der Burg aus dem 14. Jahrhundert geblieben. Dazu gehörend ist auch ein ausgedehntes Tunnelsystem unter der Erde, das im Mittelalter als Flucht- und Versorgungswege für die Burg und im zweiten Weltkrieg deutschen Soldaten als Versteck diente.

Die Gemeindegrotte

Ebendiese Gänge nutzt die Stadt Valkenburg heutzutage als Ort für friedliche, beschauliche Weihnachtsmärkte. Mit konstant etwa 12 Grad innerhalb des Höhlensystems braucht sich hier niemand über kalte Füße zu ärgern. Ich habe meinen Geburtstag am Montag zum Anlass genommen und die kurze Reise nach Valkenburg (von Köln etwa 45-60min) mit Freunden angetreten, um den besonderen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Auch wenn die Beschilderung ausführlicher sein könnte, fanden wir unseren Weg zur Gemeindegrotte in Valkenburg, dem ältesten und größten in der Stadt. Ein zweiter Weihnachtsmarkt befindet sich in der Fluweelengrotte, wo man auch die Werkstatt des Weihnachtmannes bestaunen kann.

Eingang zur Gemeindegrotte Valkenburg

Nachdem man schnell den EIntritt von 6€ bezahlt hat, kann man auch schon an der Krippe vorbei in die Grotte gelangen. Die Routen durch das System sind gut ausgeschildert, die Gänge breit und alles gut ausgeleuchtet – Grund für Panik gibt es also keinesfalls. Im Nu ist man eingetaucht in diese warmen Gänge mit ihren vielen Ständen, die einen ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden beschäftigen. Überall an den Wänden stehen frische Tannen, die mit Lichterketten behangen sind und immer wieder findet man zwischen den Ständen weihnachtliche Installationen mit Engeln, bärtigen, rot-tragenden Männern oder Comicfiguren. Die Stände bieten Abwechslung und hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Wer hier nur die immergleichen Buden der stets bekannten Weihnachtsmärkte erwartet, der ist in Valkenburg definitiv falsch.

Der unterirdische Weihnachtsmarkt lädt zum Verweilen ein, bieten Zeit und Muße zum Schlendern und ganz sicher findet man auch das letzte verzweifelt gesuchte Geschenk. Ob eine neue schicke Tischdecke für die Oma, eine E-Zigarette für den ständig paffenden Onkel oder neue Schuhe für die beste Freundin – die Auswahl ist groß und die freundlichen niederländischen Verkäufer/innen finden stets ein Lächeln für Erklärungen und nette Worte. Auch ein kleines Cafe findet sich in den Gängen, in dem man eine Pause einlegen und aufgrund der angenehmen Temperaturen sogar im Winter ein kühles Bier genießen kann. Von den Tonnen voll Stein, die über all den Köpfen schweben, ist hier ganz sicher nichts zu bemerken. Besinnliche Weihnachtsstimmung erfüllt nicht nur die Höhlensysteme sondern die ganze Stadt und irgendwie ist der Ausflug nach Valkenburg wie ein kleiner Urlaub.

Fazit

Für mich war der Besuch der Stadt und des Weihnachtsmarktes die Fahrt definitiv wert und wer die Nase voll hat von überfüllten Weihnachtsmärkten mit altbekannten Ständen, der findet hier eine wunderbare Abwechslung. Zur Nachmittagszeit ist der Weihnachtsmarkt zwar gut besucht aber nicht überfüllt und wer im Anschluss noch Zeit hat, kann sich mittwochs und samstag auf die Weihnachtsparade durch die Stadt freuen, um dem weihnachtlichen Erlebnis das Krönchen aufzusetzen.

Ich habe versucht, den Ort und die Stimmung in einigen Bildern einzufangen und hoffe damit, den letzten Unentschlossenen auch noch von einem Besuch zu überzeugen. Mich wird Valkenburg definitiv wiedersehen, schließlich habe ich noch die ganze Fluweelengrotte und die Parade zum Entdecken vor mir.

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