DIY: Der mymuesli Weihnachtsbaum

DIY: Der mymuesli Weihnachtsbaum

Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört neben den beliebten Weihnachtsmärkten, stressigen Geschenkkäufen und dicken Plätzchenbäuchen auch der richtige Weihnachtsbaum. Die altbewährte Tanne oder Blaufichte findet man schon viele Tage vor dem Fest an etlichen Straßenecken. Hinter großen Plastikplakaten, die den Tannentraum versprechen, findet man dann Seite an Seite unzählige kleine grüne Gefährten, die nur darauf warten in das nächste Wohnzimmer getragen und herrlich geschmückt zu werden. Auch in Baumärkten reihen sich die künstlichen Waldbewohner für den Nadelfegergegner. Doch wem auch der knallpinke Kunstweihnachtsbaum aus dem Baumarkt noch nicht individuell ist, kann sich natürlich auch selbst den Baumtraum schaffen. Ein Vorschlag: Der mymuesli Weihnachtsbaum.

Seit fast zwei Jahren bin ich bekennender mymuesli-Fan und futtere nahezu täglich Portionen des leckeren Müslis in vielen Geschmacksrichtungen. Nach diesem Müsli schmeckt jedes Supermarkt-Gemisch so wie der Weihnachtsbaum aus dem Baumarkt – künstlich. Das einzige Problem des leckeren Vergnügens: Man sammelt und sammelt Unmengen der praktischen Dosen. Im Gegensatz zu simplen Plastikverpackungen sind diese aber zu schade, um sie wegzuschmeißen und so türmten sich seit Monaten immer mehr der bunten Dosen in meiner Wohnung und sorgten regelmäßig für Gespött meiner Freunde, die mich insgeheim wahrscheinlich schon zur nächsten Gruppe der anonymen Messis anmelden wollten.

Nun aber ist ja Weihnachten und was bietet sich da mehr an, als einen ganz individuellen Weihnachtsbaum zu basteln? Gesagt getan, und prompt entstand aus all den heimatlosen Dosen ein hübsches Bäumchen. Nun ja, ganz so schnell ging es nicht, also in Ruhe Schritt für Schritt:

Schritt 1 – Die Vorbereitung

Erster Versuch fixiert mit Bobbypins

Beim Versuch das erste Mal einen Baum zu stapeln, fielen mir zwei Dinge auf: Zum einen unterliegen auch die Dosen des leckeren Müslis der Schwerkraft und müssen irgendwie aneinander befestigt werden und zum anderen hatte ich für einen Weihnachtsbaum in der gewünschten Größe tatsächlich zu wenig Dosen. Also schnappte ich mir spontan ein Cutter-Messer und begann die Dosen mittig zu zerteilen. Da runde Dinge bekanntlich recht unhandlich und schwer fassbar sind, amputierte ich mir während dieses Vorgangs fast einen Finger, aber überlebte ganz knapp. Vorsicht mit scharfen Gegenständen! (Messer, Scheren, Männern… ihr wisst schon).

Nachdem alle Dosen zerteilt waren, begann ich sie zu stapeln, zu fixieren und wieder umzustapeln. Zum vorläufigen Befestigen des Dosen eignen sich Bobbypins oder Wäscheklammern ganz gut. Generell eigentlich alles, was irgendwie etwas zusammenklemmt, wahrscheinlichen genügen auch Büroklammern. Dann stapelte ich drauf los und baute den Baum in spe so lange wieder um, bis er eine Form hatte, die mir gefiel. Der Größe sind dabei natürlich prinzipiell keine Grenzen gesetzt, nur eine gewisse Mindestgröße ist von Vorteil, damit der Baum auch aussieht wie ein Baum und drei Stufen finde ich schon ganz gut.

Schritt 2 – Das Kleben

baum2Da diese Befestigung natürlich nur provisorisch ist, um sich das Gefüge einmal anzuschauen, benötigt man später ein anderes Haftmittel, um die Dosen auch an der gewünschten Position zu halten. Dazu eignet sich beispielsweise eine Heißklebepistole, aber auch ein normaler Alleskleber. Je nachdem, was man mit dem Baum später vorhat – also ob er mit schweren Dingen befüllt wird – sollte der Kleber eine gewisse Scherspannung aushalten können. Ich habe einen Crystal Flextec Polymer-Kleber von Pattex benutzt, weil ich ihn noch im Hause hatte, der war für ein paar Papprollen aber sicher überproportioniert.

Nachdem man sein Muster nun ausprobiert und im Kopf behalten hat, nimmt man alle Dosen wieder schön auseinander und fängt an jede Reihe des Baumes einzeln aneinander zu kleben. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Rückseiten auf einer Ebene liegen. Ich habe die Rückseiten beim Aneinanderpressen der Rollen gegen meine Wasserwaage gedrückt, damit sie plan sind. Am besten lässt man die Reihen dann gut austrocknen – die Zeit hängt dabei vom verwendeten Kleber ab. Ich habe sie ca. 12-16 Stunden trocknen lassen, das entspricht nicht den angegebenen 24 Stunden, die der Kleber vorschreibt, aber ich war einfach ungeduldig und „das wird schon schief gehen“. Ist es ja auch.

Schritt 3 – Das Stapeln

baum3Nachdem die einzelnen Reihen getrocknet sind, können die separaten Pyramiden verklebt werden. Wichtig ist, die einzelnen Stufen des Baumes, wie im Bild gekennzeichnet, auch wieder gut aushärten zu lassen, bevor man sie schlussendlich zusammenfügt. Die (bei mir) drei Teile müssen im Prinzip eine Einheit bilden, damit die äußeren unteren Rollen nicht plötzlich runterhängen und sich vom Rest lösen. Sind die einzelnen Teile gut ausgehärtet und kann man sie aneinander hochheben, sind sie bereit für den nächsten Schritt. Nun werden die kleinen Pyramidchen aufeinander geklebt, sodass die typische Baumform entsteht. Damit ist der Baum schon fast fertig.

Besonders wichtig ist das ordentliche Aushärten des Klebers für den Stamm. Man kann ihn natürlich auch weglassen, besonders wenn der Baum am Ende erhöht stehen soll, aber ich fand einen Stamm einfach schöner. Da dieser erheblich schmaler ist als der restliche Baum, bildet er natürlich die Schwachstelle der Baumstatik. Wenn man die Rollen wie hier halbiert, so sind sie naturgemäß zu einer Seite hin offen. Das bedeutet, dass das Gewicht der Rollen sie vorn eindrücken kann, während sie hinten durch Deckel bzw. Boden gestützt werden. Der mymuesli Baum neigt deshalb dazu, leicht nach vorn zu kippen. Ganz leicht kann man sich hier Abhilfe schaffen, indem man immer wieder einige Dosen mit übrig gebliebenen Deckeln verschließt, insbesondere am Stamm ist das sehr zu empfehlen – wie im Bild zu sehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, können die Rollen des Stammes auch mit Sand befüllt werden. Allerdings sollte dies noch im Stehen erfolgen und anschließen der Deckel gut abgedichtet (der Kleber dürfte hier auch reichen) werden, um ein Auslaufen zu verhindern. Anschließend können die Dosen miteinander verklebt werden.

Schritt 4 –  Die Farbe

baum4Damit der Baum auch ein richtiger Weihnachtsbaum wird, fehlt natürlich noch die richtige Farbe. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe beim Stapeln der Rollen schon darauf geachtet, dass sich die unterschiedlichen Dosen symmetrisch verteilen, da diese je nach Oberfläche die Farbe anders aufnehmen. Außerdem habe ich mich natürlich für grün entschieden. Einerseits weil grün meine Lieblingsfarbe ist – andererseits weil Tannen nun mal grün sind. Hier auf dem Bild hat der Baum außen zwei Anstriche erhalten und innen einen. Wahrscheinlich werde ich außen noch einmal überstreichen, damit die Farbe auch wirklich deckt. Durch die Silberfolierung im Inneren der Dosen, leuchtet der mymuesli Weihnachtsbaum auch schön.

Natürlich kann man sich auch austoben und Sterne, Weihnachtskugeln, Lebkuchenmännchen oder Strohpferdchen auf den Baum malen. Je nach Geschmack entsteht so ein ganz eigener Baum, der sich perfekt in den Stil der Wohnung einpassen kann. Bei mehreren Anstrichen oder gemalter Deko immer daran denken, dass die untere Schicht ausgetrocknet sein sollte, bevor man eine weitere aufträgt, damit das Ergbnis auch wie gewünscht ausfällt.

Schritt 5 – Schmücken und Feiern

Nach der handwerklichen Fertigstellung des individuellen Bäumchen kann man ihn noch mit Lametta behängen oder auch Löcher in die Rückseiten bohren, um Lämpchen durchzustecken und eine weihnachtliche Lichtinstallation zu genießen. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und man kann den mymuesli Weihnachtsbaum völlig frei so gestalten, wie man es gern hätte.

Für dieses Jahr ist es schon etwas spät, aber ich kann mir auch gut vorstellen, das Kunstwerk als Grundlage für einen Adventskalender zu nutzen. Platz für 24 Beutelchen bietet der Baum definitiv und in die freien Dosen kann noch etwas echte Tanne für den originalen Duft gelegt werden. Statt mymuesli Dosen können natürlich auch die Papprollen von Wein- oder Whiskyflaschen benutzt werden oder alles sonstige runde, das man so findet. Notfalls tun es auch leere Klopapierrollen, davon braucht man dann allerdings ein paar mehr, um die gleiche Größe zu erreichen.

Schon eine Idee? Na dann los, bastelt euch euren eigenen Weihnachtsbaum!

Facebooktwittergoogle_plus

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: