Das wird eh nichts

Das wird eh nichts

Das Wörtchen „eh“. Der Inbegriff der Unproduktivität, die Verwörtlichung des inneren Schweinehundes.

Natürlich gibt es Fälle, wo die Wörter eh nicht angebracht sind. Wie doll auch immer ich mit den Armen wackele, ich werde eh nicht fliegen können. Selbstverständlich gibt es tatsächlich ausweglose Situationen, in denen man sich durch ein eh nicht vor Schaden bewahren kann. Doch meistens benutzt man eh nicht, um sich selbst eine Ausrede zu schaffen.

Das wird eh nichts.
Ich schaff‘ das eh nicht.
Das hilft eh nicht.
Er mag mich eh nicht.

Das Wörtchen eh steht dafür, aufzugeben, bevor man überhaupt angefangen hat. Man verkriecht sich hinter der eigentlich völlig ungewissen Sicherheit, dass, was auch immer man in Angriff nimmt, eh nicht gelingen wird. Im Prinzip belügt man sich selbst. Man redet sich ein, dass es nicht die eigene Schwäche ist, die einen am Tun hindert, sondern lediglich die sowieso aussichtslose Lage. Es lohnt sich eh nicht zu kämpfen, weil es ja gar nicht funktionieren kann.

Doch wie oft ist es nur die eigene Faulheit, die Angst vor dem Scheitern oder das Nicht-Erkennen des richtigen Weges, die ein eh nicht hervorrufen? „Ich bewerbe mich nicht für diesen Job, den krieg‘ ich eh nicht.“ ist so ein Beispiel. Natürlich ist die Chance vorhanden, abgelehnt zu werden und den Job nicht zu bekommen, vielleicht hat man dann die Bewerbung ganz umsonst geschrieben, umsonst Zeit investiert, gehofft und gewartet. Ebenso gibt es aber eine mindestens gleichgroße Chance eine Zusage zu bekommen und endlich den Traumjob zu finden.

Eine Chance zu versagen oder einfach nicht ans Ziel zu gelangen, gibt es immer. Ob der Versuch dorthin zu gelangen dann gleich umsonst war, steht auf einem anderen Blatt, denn selbst Misserfolge lehren uns eine ganze Menge und bringen uns bei, mit Ablehnung umzugehen. In den meisten Fällen fordert ein eh nicht den sprichwörtlichen Arschtritt heraus, den es braucht, um endlich mal zu Potte zu kommen und sich nicht auf dem bequemen Ist-Zustand auszuruhen. Denn oft sind es Begebenheiten, aus denen wir nur zu gern ausbrechen würden oder Tatsachen, die wir nur zu gern ändern würden. Aber nichts zu tun, ist viel einfacher und wenn etwas eh nicht funktioniert, dann muss man beim Nichtstun auch gar kein schlechtes Gewissen haben.

Eh nicht ist für mich die wörtliche Umschreibung des inneren Schweinehundes, geboren aus Faulheit oder Angst und leider meist ein Zeichen von Schwäche, sich einer Herausforderung zu stellen. Getreu dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, habe ich eh nicht vor längerer Zeit aus meinem Wortschatz gestrichen und beschlossen, dass ich mich lieber über fehlgeschlagene Versuche und begangene Fehler ärgere, als ein Leben lang verpasste Chancen zu bereuen.

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